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Steuererklärung als Student? So einfach holst du dir Geld vom Finanzamt zurück

Für viele Studenten ist das Wort „Steuererklärung“ ungefähr so attraktiv wie eine Vorlesung um 8 Uhr morgens. Dabei verschenken viele jedes Jahr hunderte Euro, ohne es zu merken. Eine...

Steuererklärung für Studenten: So einfach holst du dir Geld vom Finanzamt zurück?
© Dean Drobot | shutterstock.com

Für viele Studenten ist das Wort „Steuererklärung“ ungefähr so attraktiv wie eine Vorlesung um 8 Uhr morgens. Dabei verschenken viele jedes Jahr hunderte Euro, ohne es zu merken. Eine Umfrage von meinstudium.net an mehreren Universitäten deutschlandweit ergab, dass über 60 Prozent der Studierenden keine Steuererklärung machen – obwohl rund 70 Prozent von ihnen Anspruch auf eine Rückzahlung hätten. Im Schnitt könnten sie zwischen 300 und 800 Euro zurückbekommen, teilweise sogar mehr, je nachdem, wie hoch die Studienkosten, Fahrtkosten oder Nebeneinnahmen sind.

Ein Steuerexperte erklärt, dass viele Studenten gar nicht wissen, dass Kosten für Studium, Fachliteratur oder Arbeitsmaterialien oft als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Mit sorgfältig gesammelten Belegen lässt sich schon im ersten Jahr eine spürbare Rückzahlung erzielen.

Ob Semesterbeiträge, Fachbücher oder Laptop – alles, was direkt mit dem Studium zusammenhängt, kann sich steuerlich auszahlen. In diesem Artikel zeigen wir, welche Ausgaben du steuerlich geltend machen kannst, wie die Steuererklärung funktioniert und warum sich der Aufwand schon während des Studiums lohnt.

Warum sich die Steuererklärung für Studenten wirklich lohnt

Viele Studenten denken, dass Steuererklärungen nur etwas für „richtige“ Arbeitnehmer mit festem Job und hohem Einkommen sind. Dabei ist das ein Irrtum. Schon wer gelegentlich als Werkstudent arbeitet, einen Minijob hat oder für ein Praktikum vergütet wird, kann eine Steuererklärung abgeben und häufig sogar Geld zurückbekommen.

Eine Studie des Deutschen Studentenwerks zeigt, dass über 60 Prozent der Studierenden keine Steuererklärung machen – obwohl viele Anspruch auf eine Rückzahlung hätten. Im Schnitt könnten sie zwischen 300 und 800 Euro zurückbekommen. Bei manchen summieren sich die Ausgaben für Bücher, Laptop, Software oder Fahrtkosten sogar auf über 1.000 Euro im Jahr, die sich steuerlich geltend machen lassen.

Wer darf eine Steuererklärung einreichen?

Grundsätzlich jeder, der Einkommensteuer gezahlt hat. Dazu zählen:

  • Werkstudenten und Minijobber, die Lohnsteuer abführen mussten
  • Praktikanten mit Vergütung, auch während Pflichtpraktika
  • Studierende, die neben dem Studium selbstständig oder freiberuflich arbeiten

Viele Studenten unterschätzen die Chancen einer Steuererklärung. Studienkosten lassen sich oft mehrere Jahre rückwirkend geltend machen, selbst wenn man vorher keine Erklärung abgegeben hat. Wer mehrere Jobs parallel hat oder zwischenzeitlich Arbeitslosengeld bezieht, kann oft zusätzliche Beträge zurückholen.

Außerdem werden viele steuerliche Freibeträge wie die Werbungskostenpauschale oder Sonderausgaben nicht genutzt, obwohl sie automatisch angerechnet werden können. Selbst wenn man die Steuererklärung einmal verspätet einreicht, lohnt es sich häufig noch, da bis zu vier Jahre rückwirkend Ansprüche geltend gemacht werden können.

Was kann man als Student von der Steuer absetzen?

Viele Studenten unterschätzen, wie viele Ausgaben sie im Studium steuerlich geltend machen können. Das Zauberwort heißt Werbungskosten (alles, was mit Arbeit oder Studium zusammenhängt) und Sonderausgaben. Schon kleine Posten summieren sich schnell, und oft lohnt sich die Steuererklärung schon nach dem ersten Jahr.

1. Studien- und Ausbildungskosten

Alles, was direkt fürs Studium notwendig ist, kann abgesetzt werden:

  • Semesterbeiträge und Studiengebühren
  • Fachbücher, Skripte, Lernmaterialien
  • Laptop, Software, Taschenrechner

2. Fahrtkosten

Pendeln zur Uni, zum Nebenjob oder zum Praktikum kann teuer werden – steuerlich lohnt es sich:

  • Mit dem Auto: 0,30 Euro pro Kilometer für die einfache Strecke
  • Öffentliche Verkehrsmittel: Kosten für Tickets lassen sich ansetzen

3. Arbeitsmittel und Technik

Alles, was für das Studium genutzt wird, zählt oft als Arbeitsmittel:

  • Schreibtisch, Bürostuhl, Lampe
  • Drucker, Scanner, USB-Sticks
  • Smartphone oder Tablet, wenn überwiegend für Studium oder Nebenjob genutzt

4. Doppelte Haushaltsführung

Wer nicht bei den Eltern wohnt, kann Kosten für die Zweitwohnung absetzen:

  • Miete und Nebenkosten
  • Umzugskosten
  • Fahrten zur Hauptwohnung (z.?B. Wochenende)

Besonders interessant in teuren Städten wie Berlin, Hamburg oder München.

5. Sonstige Ausgaben

  • Kontoführungsgebühren für ein Studienkonto
  • Versicherungen (z.?B. Berufshaftpflicht für Praktika)
  • Arbeitskleidung oder Schutzkleidung, wenn vorgeschrieben

6. Wie finde ich heraus, was ich absetzen kann?

Viele Studenten fragen sich, ob sie alles einfach angeben dürfen oder vorher prüfen müssen, ob es wirklich von der Steuer abgesetzt werden kann. Empfohlen wird, erst einmal alles einzutragen, was nachweisbar und plausibel mit dem Studium oder der Arbeit zu tun hat. Das Finanzamt korrigiert nur im Zweifel, aber die meisten Ausgaben werden akzeptiert.

Steuererklärung für Studenten: Einfache Anleitung für Einsteiger

In der Schule lernt man Gedichte zu interpretieren, aber niemand erklärt einem, wie man eine Steuererklärung macht. Tja und in der Uni hat man auch schon genug Stress mit Deadlines und Prüfungen – wie soll man sich da noch mit Steuerformularen auseinandersetzen?

Viele Studenten haben Angst vor der Steuer, weil sie denken, es sei kompliziert. Dabei geht es vor allem um Organisation: Belege sammeln, Ausgaben eintragen, Erklärung einreichen und am Ende freut man sich über das zurückgeholte Geld.

Um eine Steuererklärung zu machen, braucht man jedoch weder ein Mathe-Genie, noch Finanzexperte sein. Heutzutage läuft die Steuererklärung komplett digital online ab. Geld für Papier, Briefmarken und den Gang zur Post, spart man sich mittlerweile also. Mit ein paar Klicks sind die Formulare ausgefüllt – das dauert in der Regel nur wenigen Minuten. 

1. Belege und Unterlagen vorbereiten

Der erste Schritt ist Sammeln und Sortieren der Unterlagen. Je besser alles vorbereitet ist, desto einfacher und schneller wird auch deine Steuererklärung. Typische Belege für Studenten, die du aufhaben solltest sind:

  • Studiengebühren und Semesterbeiträge
  • Fachliteratur, Skripte, Laptop, Software
  • Fahrtkosten: Fahrkarten, Tankquittungen, Parkgebühren
  • Arbeitsmittel: Schreibtisch, Bürostuhl, Drucker, USB-Sticks
  • Versicherungen: z.?B. Berufshaftpflicht für Praktika
  • Kontoführungsgebühren

Tipp: Digitale Belege können einfach als PDF gespeichert werden. Für Papierbelege empfiehlt sich ein Ordner mit Unterteilungen nach Kategorien (Studium, Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Sonstiges). Dann brauchst du dir später nicht alles mühsam zusammenzusuchen. 

2. Steuererklärungssoftware oder ELSTER nutzen

Die Steuererklärung läuft in Deutschland meist über ELSTER, das offizielle Online-Portal des Finanzamts. Man benötigt dafür:

  • die Steuer-ID, die man vom Finanzamt erhält
  • die Bankverbindung, auf die die Rückzahlung erfolgen soll
  • die gesammelten Belege

Für Studenten relevant sind in der Regel folgende Formulare:

  • Anlage N – für Werbungskosten aus Jobs oder Nebenjobs
  • Anlage Sonderausgaben – für Studienkosten, Versicherungen oder andere abzugsfähige Ausgaben

Wer sich trotzdem unsicher fühlt, kann auch Steuer-Apps oder Online-Programme nutzen (z.?B. „WISO Steuer“, „Smartsteuer“). Diese Programme führen Schritt für Schritt durch die Eingabe, erklären Fachbegriffe und berechnen automatisch mögliche Rückzahlungen. Sie sind besonders praktisch, weil sie Fehlerquellen minimieren und für Steueranfänger etwas verständlicher sind. (Wir kennen ja alle die berühmt-berüchtigte Beamtensprache)

Mittlerweile gibt es auch im ELSTER Portal die Möglichkeit, sich die Formulare in einfacher Sprache anzeigen zu lassen, oder Video-Tutorials mit Anleitung.

3. Ausgaben richtig eintragen

Jetzt werden die gesammelten Ausgaben in die passenden Kategorien eingetragen:

  • Studienkosten → Sonderausgaben
  • Fahrtkosten → Werbungskosten
  • Arbeitsmittel → Werbungskosten
  • Versicherungen oder Kontoführungsgebühren → Sonderausgaben

Wie bereits erwähnt, muss niemand fehlerfrei wissen, was anerkannt wird – das Finanzamt prüft die Angaben und entscheidet, welche Kosten akzeptiert werden. Wichtig ist jedoch, beim  Eintragen der Ausgaben realistisch zu bleiben. Falls du unsicher bist, kannst auch eine kurze Notiz zu den Ausgaben hinzufügen, z.?B. „Laptop überwiegend für Studium genutzt“.

4. Steuererklärung einreichen (direkt online oder per Post)

Sobald alles eingetragen ist, kann die Erklärung online über ELSTER abgeschickt werden. Alternativ ist auch die Einreichung per Post möglich. Welches Finanzamt für dich zuständig ist, ist von deinem gemeldeten Wohnsitz abhängig. Wohnst du zum Beispiel in Wuppertal, schickst du deine Steuererklärung an das Finanzamt in Wuppertal.

  • Für das Steuerjahr 2024 ist die reguläre Abgabefrist der 31. Juli 2025
  • Bei verspäteter Abgabe kann man eine Fristverlängerung beantragen
  • Steuererklärungen können bis zu vier Jahre rückwirkend eingereicht werden

5. Steuerbescheid des Finanzamtes auf Fehler prüfen

Nach einigen Wochen bis Monaten erhält man vom Finanzamt den Steuerbescheid. Dort steht unter anderen welche Ausgaben anerkannt wurden, die Höhe der Rückzahlung und ob du Nachforderungen einreichen musst.

Experten-Tipp: Steuerbescheid genau prüfen. Falls etwas nicht stimmt, kann man innerhalb von vier Wochen Einspruch einlegen. Das lohnt sich besonders, wenn Belege nicht korrekt berücksichtigt wurden.

Eine Steuererklärung zu machen ist leichter als du denkst

Steuererklärung? Klingt trocken, kompliziert und nach einem Berg voller Formulare – ist aber längst nicht so schlimm, wie viele denken. Gerade für Studenten steckt dahinter eine echte Chance, sich ein kleines finanzielles Plus zu sichern. 

Für Studierende sind meist nur wenige Formulare überhaupt relevant, oft nur die Anlage N (für Einkünfte aus Nebenjobs) und die Anlage Sonderausgaben (für Studienkosten, Versicherungen usw.). Mehr braucht es in der Regel gar nicht. Viele Dinge lassen sich mit wenigen Klicks online erledigen.

Je früher du anfängst, desto leichter fällt es dir in Zukunft. Wenn du deine Belege jetzt ordentlich sammelst, brauchst du im nächsten Jahr kaum noch Zeit für deine Erklärung – vieles läuft dann fast automatisch. Und du lernst nebenbei, wie das Steuersystem funktioniert. Das hilft dir auch später im Job enorm weiter.

Hier findest du noch den Link zum ELSTER Portal und wo du Tipps und Hilfe für die Steuererklärung bekommst

Hier geht es zum offiziellen Portal des Finanzamtes ELSTER: https://www.elster.de

Empfehlenswerte Steuer-Apps für Studenten:

  • WISO Steuer – besonders beliebt und einfach zu bedienen
  • Smartsteuer – Schritt-für-Schritt-Erklärung mit automatischer Berechnung
  • Taxfix – ideal für Einsteiger, mit moderner App-Oberfläche

Weitere Infos zum Thema Steuererklärung findest du hier:

Website des Bundesministeriums der Finanzen (BMF): https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Home/home.html

Deutsches Studentenwerk mit aktuellen Tipps zu Studienkosten und Steuerfragen: https://www.studierendenwerke.de/

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